Rauch- und Brandschutzt├╝ren m├╝ssen laut Gesetzgeber immer geschlossen sein, um die ihnen zugedachte Aufgabe erf├╝llen zu k├Ânnen. Vom Betriebsablauf w├Ąren offenstehende T├╝ren aber oft  sinnvoller. In vielen Betrieben wird die gew├╝nschte ├ľffnung meist mit Holzkeilen oder anderen  Gegenst├Ąnden realisiert. Das derart blockierte T├╝ren im Brandfall die ihnen zugedachten Rauch- und/oder Feuerschutz Funktionen nicht erf├╝llen k├Ânnen, d├╝rfte jedem klar sein. Hier helfen nur bauaufsichtlich zugelassene Festellanlagen, welche den Komfort einer offen stehenden T├╝r bieten und trotzdem den Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Die Definition der Feststellanlage finden wir in den Anwendungsrichtlinien des Deutschen Instituts f├╝r Bautechnik (DIBt-Richtlinien). Feststellanlagen sind ÔÇ×Ger├Ąte oder Ger├Ątekombinationen, die geeignet sind, die Funktion von Schlie├čmitteln kontrolliert unwirksam zu machenÔÇť. Die Richtlinien beschreiben ebenfalls die erforderliche Mindestausstattung: ÔÇ×Eine Feststellanlage besteht aus mindestens einem Brandmelder, einer Ausl├Âsevorrichtung, einer Feststellvorrichtung und einer Energieversorgung."


Bauaufsichtlich zugelassen durch Eignungspr├╝fung
Die Anforderungen an eine Feststellanlage sind in den DIBt-Richtlinien festgelegt. Durch eine Eignungspr├╝fung ist die Erf├╝llung der Anforderungen nachzuweisen. Es werden grunds├Ątzlich nur komplette Anlagen gepr├╝ft. Dieser Grundsatz ist sehr wichtig! Demzufolge gen├╝gt es nicht, wenn die Teile f├╝r sich DIBt-zugelassen sind. Alle systemzugeh├Ârigen Teile m├╝ssen zusammen gepr├╝ft und zugelassen werden. Ein einziges nicht zugelassenes Teil hat zur Folge, dass die gesamte Anlage nicht zugelassen ist. Wichtig ist auch, dass die Zulassung der Anlage bei der Abnahme noch g├╝ltig ist.

Bauarten
Es gibt zwei Bauarten von Feststellanlagen, die sich in Design und Preis unterscheiden. Im wesentlichen unterscheidet man zwischen Systemen auf Basis von Haltemagneten und solchen auf Basis von T├╝rschlie├čern. Beiden gemein ist die Notwendigkeit von Rauch- und Thermoschaltern zur Schlie├čausl├Âsung. 

Rauch_thermo_schalter

Rauch- oder Thermoschalter sind kombinierte Brandmelder mit Ausl├Âsevorrichtung. Im Brandfall wird die Feststellvorrichtung von den Schaltern angesteuert. Wichtig sind die richtige Anzahl und der richtige Montageort der Rauchmelder. Diese Punkte sind ebenfalls in den Anwendungsrichtlinien des DIBt beschrieben. Genauere Informationen dazu finden sie im folgenden Entscheidungsdiaramm.

 

Das Entscheidungsdiagramm soll Ihnen bei der Auswahl der Melderzahl, des Einbauortes und der Einbauart helfen.

Entscheidungsdiagramm_oben
Entscheidungsdiagramm_unten1a Entscheidungsdiagramm_unten2 Entscheidungsdiagramm_unten3

 

Hinweis
Ein Rauchmelder erfasst einen Bereich bis zu 2 m nach jeder Seite (├ľffnungsbreiten bis 4 m). Gr├Â├čere ├ľffnungsbreiten verlangen deshalb entsprechend mehr Ger├Ąte.

 

Abschlussart

T├╝r-/Torbreite

SH bis

1,00m

SH ├╝ber

1,00m

   

DM

SM

DM

SM

Drehfl├╝gelt├╝r

bis 3,00m

 

1

2

1

 

alternativ

2

     

Drehfl├╝gelt├╝r

von 3,01m bis 4,00m

2

-

2

1

Drehfl├╝gelt├╝r

von 4,01m bis 8,00m

4

-

4

2

Schiebe-/Rolltor, Klappen usw.

bis 4,00m

2

-

2

1

Schiebe-/Rolltor, Klappen usw.

von 4,01m bis 8,00m

4

-

4

2

Schiebe-/Rolltor, Klappen usw.

von 8,01m bis 12,00m

6

-

6

3


Hinweis
Bei Unterschiedlicher Sturzh├Âhe gilt grunds├Ątzlich die Vorschrift f├╝r die gr├Â├čere Sturzh├Âhe.

Montagevorschriften:

Deckenmelder (DM)
Sie m├╝ssen unmittelbar an der Decke ├╝ber der lichten Wand├Âffnung montiert werden. Der waagerechte Abstand zur Wand, in der sich die zu sch├╝tzende ├ľffnung befindet, muss mindestens 0,5m und darf h├Âchstens 2,5m betragen.

Sturzmelder (SM)
Sie m├╝ssen an der Wand ├╝ber der lichten Wand├Âffnung mit einem Abstand von maximal 0,3m waagerecht vom Sturz und maximal 0,1 m ├╝ber der Sturzunterkante montiert werden.

Hinweis
Die Sturzmelder d├╝rfen nicht direkt unter der Decke montiert werden. Da der Rauch zur Erkennung durch den Melder ziehen muss, wird je nach Hersteller ein Abstand vom Rauchmelder bis zur Decke von ca. 50mm ben├Âtigt.

 

Systeme auf Basis von Haltemagneten

Feststellvorrichtungen sind Vorrichtungen, die die zum Schlie├čen erforderliche Energie in gespeichertem Zustand halten (DIBt-Richtlinien). Die g├╝nstigste Vorrichtung sind die T├╝rhaftmagnete. Sie m├╝ssen mindestens eine Haltekraft von 200 N haben. Es gibt Haftmagnete in den verschiedensten Ausf├╝hrungen f├╝r Wand-, Boden- und Deckenmontage und mit unterschiedlich gro├čer Haltekraft. Auf der T├╝r wird dann als Gegenst├╝ck die entsprechende Anker- oder Gegenplatte montiert.
Feststellanlagen werden mit 24 V DC betrieben. Die ben├Âtigte Leistung der Stromversorgung h├Ąngt von der Anzahl der angeschlossenen Magnete und Rauchmelder ab. Bei Ausfall der Prim├Ąrspannung wird die gesamte Feststellanlage spannungslos. Die Feuerschutzabschl├╝sse schlie├čen daraufhin.
Jeder Feuerschutzabschluss muss sich manuell schlie├čen lassen. Dieses geschieht ├╝ber einen speziellen Taster, der laut Gesetz rot sein muss, und die Aufschrift tr├Ągt: ÔÇ×T├╝r schlie├čen" Er muss in unmittelbarer N├Ąhe des Feuerabschlusses montiert sein und darf von ihm nicht verdeckt werden.

 

Integrierte Systeme auf Basis von T├╝rschlie├čern

Dorma_TS_93_EMR_Contur

Die ersten dieser Systeme basierten auf ├ľldruckt├╝rschlie├čern mit Scherengest├Ąnge. Die Feststellung erfolgt durch ein Magnetventil in einem ├ľffnungswinkel zwischen 75 und 180 Grad. Dieses System ist jedoch anf├Ąllig gegen das Zuziehen der T├╝r, da hierbei das Ventil besch├Ądigt werden kann. Bei zweifl├╝geligen T├╝ren wird zus├Ątzlich ein zweites System mit elektrischer Drehwinkel├╝berwachung und einem Schlie├čfolgeregler ben├Âtigt. Weitere externe Rauchmelder k├Ânnen je nach Bedarf angeschlossen werden.

Bei den neueren Systemen erfolgt die Feststellung elektromechanisch in der Gleitschiene in einem ├ľffnungswinkel zwischen 80 und 120 Grad. Da das System eine Art Rutschkupplung besitzt, k├Ânnen die T├╝ren ohne Probleme von Hand zugezogen werden. Bei zweifl├╝geligen T├╝ren ist der Schlie├čfolgeregler mit in der durchgehenden Gleitschiene integriert. Die Rauchmeldezentrale wird auch mit in der Gleitschiene oder auf der anderen Sturzseite montiert. Weitere externe Rauchmelder k├Ânnen je nach Anforderungen des Objekts angeschlossen werden.


Wir vertreiben die Systeme folgender Hersteller:

  • Dorma ÔÇô Von diesem Hersteller f├╝hren wir die Ersatzteile am Lager. Sie finden sie unter den entsprechenden Typen
  • ASSA ABLOY (eff eff) - Von diesem Hersteller f├╝hren wir die Ersatzteile am Lager. Sie finden Sie unter den entsprechenden Typen
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Wichtige Punkte f├╝r den Betrieb von Feststellanlagen:

Schadensf├Ąlle und Versicherungsleistungen
Die Versicherungen sind in Schadensf├Ąllen darauf bedacht ihre Leistungen zu minimieren. Ein Ansatzpunkt bei Sch├Ąden durch Feuer und Rauch sind die Feststellanlagen. Insbesondere wenn es um Sch├Ąden au├čerhalb des Brandabschnittes geht, in dem der Brand entstanden ist. Aus unserer jahrelangen Erfahrung wissen wir, dass hier vieles im Argen liegt. Auf welche Punkte achten die Versicherungen besonders.

  • Waren alle Brand- und Rauchschutzt├╝ren geschlossen
  • Haben die Feststellanlagen funktioniert, d.h. ausgel├Âst
  • Sind die Anlagen abgenommen und ist das Zulassungsschild angebracht
  • Liegt je Anlage ein Pr├╝fbuch vor (auch noch nach dem Schadensfall!)
  • Sind die periodischen ├ťberpr├╝fungen durchgef├╝hrt und dokumentiert

Sollte dieses bei ihnen nicht der Fall sein, besteht akuter Handlungsbedarf. Denn h├Ąufig geht es nicht nur um Sach-, sondern auch um Personensch├Ąden. Und hier geht es dann auch um zivilrechtliche Haftung.

 

Abnahmepr├╝fung
Die eingebaute Anlage muss auf einwandfreie Funktion und vorschriftsm├Ą├čige Installation ├╝berpr├╝ft werden. Die Abnahme darf nur vom Hersteller der Feststellanlage oder von einer durch den Hersteller berechtigten Person durchgef├╝hrt werden. Nach der Abnahmepr├╝fung muss im Bereich der installierten Feststellanlage ein Zulassungsschild des Herstellers angebracht werden. Die Abnahme wird im Pr├╝fbuch dokumentiert. In dieses Buch werden auch alle sp├Ąteren Pr├╝fungen und Reparaturen eingetragen. (Hinweis: Nicht abgenommene Anlagen d├╝rfen nicht betrieben werden)

Periodische ├ťberwachung
Wie jedes technische Ger├Ąt m├╝ssen auch installierte Feststellanlagen gepr├╝ft und gewartet werden. Die DIBt-Richtlinien schreiben vor, dass die Anlage mindestens einmal monatlich auf ihre einwandfreie Funktion ├╝berpr├╝ft wird. Diese Pr├╝fung kann der Betreiber der Anlage selbst vornehmen. Diese Pr├╝fung ist im Pr├╝fbuch zu dokumentieren.
Einmal j├Ąhrlich muss der Betreiber eine Pr├╝fung auf ordnungsgem├Ą├čes und st├Ârungsfreies Zusammenwirken aller Ger├Ąte sowie eine Wartung vornehmen lassen. Diese Arbeiten d├╝rfen nur von Sachkundigen ausgef├╝hrt werden. Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt der periodischen ├ťberwachung sind im Pr├╝fbuch aufzuzeichnen. Das Pr├╝fbuch ist vom Betreiber aufzubewahren.

Die Abnahme und die periodische ├ťberwachung von installierten Anlagen geh├Âren mit zu unserem Dienstleistungsangebot. Gerne unterbreiten wir ihnen ein entsprechendes Angebot.